So, ich fange damit an. Ausgehend von dem Gedanken, dass ich auf dem Sterbebett nicht bereuen will, nicht geschrieben zu haben. Auch wenns keiner liest, auch wenns nur einer liest, auch wenn es manche langweilt, was solls. Mein Glück, mein Leben, meine Gedanken.
Ich will versuchen über alles zu schreiben, das wir hier in unserem kuscheligen deutschen Wohlstandsnest ganz einfach ändern können oder über die Themen bei denen wir alle zumindest auf simple Art und Weise signalisieren können, dass wir uns einen Änderung wünschen.
Ich will mitteilen, wie es mir geht hier in unserem System, das Sozialstaat heißt und manchmal doch so gar nichts damit zu tun hat. Ich will darüber schreiben, wie es mir als Frau geht in allen verschiedenen Rollen die mir damit angehängt werden: Erwachsene, Mutter, Arbeitende, Frau, Freundin, Steuerzahlerin, Hure und Heilige.

Und ich will mit der Welt teilen wie nebensächlich mir das alles erscheint wenn ich in die Augen meiner beiden Kinder sehe, wenn ich meine Nase in ihren Haaren vergrabe und tief einatme und mir wünsche das auf ewig zu konservieren.  Wenn ich weiß, wir müssen nicht hungern, wir leben hier in Frieden und einmal die Woche kommt sogar jemand vorbei gefahren und bringt meinen Müll weg, außer Sichtweite, außer Geruchsweite.

Wie es sich anfühlt, mich selber aus diesem wohligen alles-ist-gut Gefühl raus zu schälen. Dieses es-lässt-sich-eh-nicht-ändern Gefühl, dass wie ein klumpen Lehm am Fuß hängt und alles an mir träge und lahm macht. Wie ich versuche beides in meinem Leben zu vereinen: die Wut und den Frust darauf das wir 6 Mrd. Menschen immer wieder den selben Scheiß bauen und es nur müde belächelt wird wenn man sich Weltfrieden wünscht und das Glück zu existieren, zu lieben, zu schmecken, zu riechen, zu fühlen und mich zu erfüllen.
 
Das ist und war mein erster Anfang. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten.