Im Dezember letzten Jahres habe ich in einer unkomplizierten Hausgeburt meine wundervolle Tochter auf die Welt gebracht.
Ich konnte in meinen Bett umgeben von meinem Mann, meiner engsten Freundin und meiner Hebamme meine Tochter Laila begrüßen. Ich dufte in meiner Bettwäsche liegen, wußte, ich bin in meinem Heim und niemand sonst guckt zur Tür herein als die, die ich dazu eingeladen hatte. Ich konnte meine ersten Wehen im Wohnzimmer veratmen, mich in mein Schlafzimmer zurückziehen als es heftiger wurde. Ich drückte mich mit den Lenden an meine Wände um den Druck zu verringern. Ich hörte aus der Etage unter mir das Gemurmel und Geraune wenn es für alle um mich rum Zeit war einen Kaffee zu trinken und mir kurz Ruhe zu lassen. Es war meine Höhle, ich hatte sie mir dafür geschaffen bzw. ich habe sie eigentlich genau so gelassen wie sie war, denn so war es perfekt.
Unvorstellbare Laute kamen aus mir, aber ich konnte schreien und stöhnen wie ich wollte – ich konnte mich in den Händen meiner Helfer vergraben – ich konnte an meinen Damm fassen, an meine Scheide und so versuchen den Druck zu mildern und ich konnte den Kopf meiner Tochter spüren, als er bereit war dazu, ich konnte spüren, wie weit sie sich schon mit mir vorangearbeitet hatte. 
Bei der ersten Geburt meines Sohnes war ich im Krankenhaus. Mit der gleichen Hebamme als Begleitung, so dass ich wenigsten keine wechslenden Schichten während der Geburt erleben musste. Aber doch, ich erinnnere mich dass immer wieder die Tür auf ging, ein Arzt kam, eine Schwester kam, vielleicht kam auch mal eine andere Hebamme, ich weiß nicht wer alles, denn schließlich war ich mit meinem gebärenden Körper beschäftigt. Aber dieser Gedanke an all die Menschen um mich herum, die ich nicht eingeladen hatte, störte mich bei der Planung der zweiten Geburt. Ich erinnere mich auch daran, jetzt im Vergleich zur zweiten Geburt, dass ich mich bei weitem nicht frei bewegt habe dort im Kreißsaal, ich erinnere mich eher daran, dass ich die Führung der einzelnen Phasen der Hebamme überließ und ihren Wegen gefolgt bin. Mein Glück, dass es eine tolle Hebamme ist und ich mich so sicher fühlte an ihrer Seite, so dass ich das auch im Guten abgeben konnte.
Bei der Hausgeburt jedoch konnte ich deutlicher meine Bedürfnisse erfahren und auch danach handeln. Wollte ich allein sein, ging das. Wollte ich auf gar keinen Fall mehr allein sein, war immer jemand an meiner Seite. Hatte ich Durst, wusste ich, dass ich direkt etwas bekomme. Wollte ich einen Pulli, hätte ich mir einen ausssuchen können und genau das macht für mich den unbezahlbaren Unterschied aus. Und ih wollte vor allen Dingen wissen, dass ich nach der Geburt in meinem Bett liegen kann, meine Suppe essen kann, dass ich mich in meinem Bad duschen kann um mich wieder frisch zu fühlen. 
Wenn ich das alles hier lese kann ich gar nicht glauben wie stark mein Ego in seinen Wünschen war und wie klar. Es kam mir in der Schwangerschaft gar nicht so vor, aber jezt merke ich, dass ich konzentriert und duetlich wußte, was ich in der Geburt will. Während all dieser Überlegungen wurde ich gestützt und getragen von meinem Mann, der den Gedanken der Hausgeburt als erstes äußerte und mich in meinen ersten Zweifeln und Sorgen ernst nahm und mir somit den Weg erleichterte, diese Hausgeburt auch zu wollen und zu genießen. 
 
Ich will nicht über Risiken schreiben, über eventuelle Komplikationen oder ähnliches. Ich war es schon leid, das im Vorfeld der Geburt immer wieder erklären zu müssen und mich zu rechtfertigen, dass es nicht unverantwortlich ist, nicht in ein Krankenhaus zu gehen.
Nein, ich will mit euch teilen warum es so schön ist, diesen Moment in seinem zuhause zu erleben. Der Gedanke und das Gefühl, dass die Geburt meine Privatangelegenheit ist und nicht als krank zu werten und als Risiko einzuschätzen ist, das ist es was ich teilen und verbreiten will.
Ich wünsche mir unendlich viele starke und selbstbewusste Frauen, die sich auch über die Risiken eine Krankenhausgeburt gewahr werden und die in enger Abstimmung mit ihren FraunärztenInnen und ihren Hebammen für eine Hausgeburt entscheiden, die sich für eine Privatgeburt entscheiden. 
Es wäre wundervoll wenn auch in Zukunft noch viele Hebammen ausreichend verdienen um diesen Beruf weiterhin auszuüben und wir Frauen die Möglichkeit haben selbstbestimmt und frei den Geburtsort unserer Kinder zu wählen.
Dieses Thema kippt gerade und jeder der sich darüber informiern will könnte mit dieser website beginnen und sich dann durchs Netz arbeiten:
http://www.hebammen-protest.de/
http://www.campact.de/hebammen/info/5min