Ich muss runterkommen, abends. Ich muss irgendwie wieder zu mir kommen. Ich habe das Gefühl, sobald die Kinder im Bett sind und ich kurz mal für mich habe, dass ich mich in meine Mitte rutschen muss. Und beschissenerweise habe ich gerade das Gefühl, dass mir Rauchen dabei helfen würde. Oder, da ich eigentlich gar nicht mehr rauche und das auch gerade wegen meiner kleinen Tochter auch gar nicht geht, schießt mir der Ausweichplan Schokolade oder Prosecco/Bier in den Kopf.
Und da stelle ich mir doch die Frage, wie meine Seele so drauf ist.

Ich fühle mich, als hingen viele Teil von mir um mich herum, noch an mich gebunden, jedoch alle noch in den Tätigkeiten des Tages verhangen – ein Teil, eine Teil-Marie telefoniert noch, die andere meldet noch Laila für die Krippe an, die andere ist noch beim Einkaufen, die andere ist in der Früh gar nicht mit aufgestanden und döst noch vor sich hin. Und mein größter Teil steht da und ich frage mich, wie starte ich mit denn nun meinen Abend, mein Kein-Kind-in-Sichtweite Teil des Tages. 
Also müssen alle meine fleißigen Parts schnell wieder zu mir fliegen, aber wie fange ich die alle wieder ein? Wie eine Katze ist meine Seele, sie lässt sich nur mit Bestechung einfangen, das Belohnungsprinzip gelingt nur mit Leckereien.
Jetzt ein entspannter Spaziergang hilft wenig, auch fünfmal durchatmen nicht zumindest bilde ich mir das ein. Gute Musik ginge auch, laute gute Musik, Rauchen, Trinken und Schokolade….so siehts in mir aus, das muss ich jetzt erst mal verdauen. Bei einem leckeren Glas Prosecco!

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