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Jetzt, wo ich in Elternzeit bin, fällt mir wieder das Mütter-Universum auf. 
Ich hatte es, nachdem mein Sohn schon acht Jahre alt ist, fast vergessen.
Wenn andere Menschen arbeiten sind, trifft man auf den Straßen, vor allem in meinem Viertel, nur Mütter mit Kinderwägen (die ohne Kinderwägen sind ja schon wieder arbeiten).
In den Läden, auf den Straßen, in den Bussen, im Park, abgelöst nur von ein paar Senioren, die auch frei haben.
Überall Mamas und ich mittendrin.



Nur schiebe ich meinen Wagen alleine durch den Park. Ich habe es ja auch tatsächlich schon mehrmals gewagt, andere Frauen anzulächen und verzeiht mir, die eine oder andere habe ich auch schon angesprochen. Aber ich fühle mich echt einsam hier, den ganzen Tag nur Babytalk, alle um mich, alle Freunde sind arbeiten und die, die nicht arbeiten sind, sind zu weit weg. Und da habe ich mir doch gedacht, hier im kinderreichsten Viertel neben Berlin Prenzlauer Berg (zumindest wurde das mal gemunkelt), bin ich doch mal so direkt und spreche einfach mal ein paar an, die mir nett scheinen. Aber das ist wohl der absolute super GAU und meine Gegenüber spiegeln mir absolute Unsicherheit (was, wieso spricht die mich an, will die was von mir?!?) bis zu nicht mehr übertrumpfbarer Arroganz (ich antworte extrem kurz und knapp, dann geht die Alte schon von alleine).
Ihr lieben Damen: nein, ich bin nicht sozial total verkorkst, ich will euch auch nicht hinterm nächsten Busch umbringen, weder will ich eure Kinder rauben, noch euch meine Lebensgeschichte aufladen. Ich will einfach nur small talkend zusammen mit euch durch den Park ziehen, mehr ist es nicht.
Ich will meinen ganzen Baby Wahnsinn bei jemandem lassen, bei dem ich weiß, ihr geht es ähnlich.
So, macht mich das jetzt zum Freak? Zur absolut Wahnsinnigen? Nein? Na dann, lächelt doch einfach das nächste Mal zurück, wenn euch jemand anlächelt. Und zieht den Stock aus dem Arsch, denn da muss echt keiner sein.

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