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22.oo – Feierabend. Beide Kinder schlafen und schlafen hoffentlich noch eine ganze Weile.

Als ich gerade meine Kleine ins Bett gelegt habe und ihr noch so eine halbe Stunde beim rumwuseln, herumdrehen, Decke über den Kopf ziehen und selbige wieder wegstoßen zugesehen habe dachte ich mir, hach, irgendwann schläft sie ja dann doch ganz entspannt durch und überhört alle Geräusche im Haus.

Das dachte ich mir so, weil mein Großer wirklich schläft, wenn er schläft. Der pennt und da ist dann nix zu machen, was ich natürlich prima finde. Aber wie wird es, wenn meine Tochter doch so ganz anders wird als mein Sohn?

Ums Schlafen geht es mir gar nicht so konkret, sondern eher darum, wie ich damit umgehen werde, wenn sie sich ganz anders verhält als ich das kenne. Ob ich in irgendeiner Hinsicht das ehemalige Verhalten ihres großen Bruders als normal erachten werde? Oder wird es ganz einfach und ich kann sie alle ihre Facetten ausleben lassen? Also am Beispiel schlafen, wenn sie einen ganz andere Art des Schlafens haben wird, werde ich mir dann denken: oh je, das ist aber komisch (weil ich das Verhalten des Älteren in Bezug setze) oder werde ich das ganz einfach so belassen können, wie sie es für sich entwickelt?
Denn jetzt schon merke ich, dass ich oft vergleiche, nicht im kompetitiven Sinne, sondern ich gleiche meine Erinnerungen mit den jetzigen Erlebnissen ab. Wann und wie kamen die Zähne durch, wie war das erste Essen, wie die ersten Schritte, wann ist das alles passiert, etc., etc.
Und natürlich sind das alles keine Wichtigkeiten, mir ist auch egal, mit wieviel Monaten das alles passiert, aber dennoch hatte ich den Gedanken, ob ich nicht, wenn sie älter ist, ihre Charakteristika, ihr Verhalten, ihre Sprache und ihre Erlebnisse wahrnehme indem ich vergleiche wie ich das bei ihrem großen Bruder erlebt habe. Was ja bedeutet, dass ich ihr Leben, ihr Erleben immer in Relation setzen würde ohne ihr eine ganz eigene Wertung zuzuschreiben.
Nein, das klingt jetzt so drastisch, natürlich werde ich sie in ihrem ganzen wundervollen Wesen nicht negativ beurteilen oder ihr eine Wertung auferlegen, so meine ich das gar nicht. Aber: ist das vielleicht der Vorteil der „Erstgeborenen“? Dass ihr Eltern alle ihre Schritte, Entwicklungen und Taten das erste Mal wahrnehmen, dass die Eltern unbedarft, fast selber wie ein Kind ihr eigenes Kind wahrnehmen? Weil kein anderes Kind diese Wege vorher beschritten hat sozusagen? Weil noch kein Trampelpfad getreten wurde den die folgenden Kinder dann zwangsläufig vorfinden?
Mhhh….je mehr ich schreibe umso eher merke ich, dass ich mein Gefühl fast nicht in Worte fassen kann….es klingt so seltsam…..
Ich empfinde das auch nicht als etwas Negatives, es ist nur so, dass ich diesen Gedanken so noch nie hatte und ich einfach weiterhin unglaublich gespannt und neugierig bin, wie mein Leben mit meinen beiden Kindern, den beiden Geschwister noch so wird! Und da werde ich sicher das eine oder andere Mal meine Wahrnehmung etwas hinterfragen.

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