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immer schön den Mund halten…..


So, ich muss in die Mühlen der Arbeitsagentur eintauchen.

Und schon jetzt könnte ich kotzen.
Kontakt zur Arbeitsagentur geht nur über eine kostenpflichtige Hotline an eine Service Center.
Gut, dass ich noch kein ALG II bekomme und jeden Cent umdrehen muss, denn dann würde ich mir echt überlegen, meine Telefonrechnung steigen zu lassen. 
Aber na gut, so weit ist es ja noch nicht.

Ich habe während meiner Elternzeit meine Arbeit gekündigt. Weil ich nach sieben Jahren in einer mir liebgewonnen Agentur, mit unglaublich viel Erlebnissen, Erfahrungen und Karriere gemerkt habe, dass mich die Arbeit persönlich nicht weiter bringt. Dass ich jetzt, nachdem ich so viel gelernt habe, mein Können für etwas Sinnstiftendes einsetzen möchte.
Ich fühle mich hier in Deutschland frei, mir meine Arbeit und meinen Arbeitgeber auszusuchen.


Aber leider sieht es das Sozialgesetzbuch nicht so. Der Staat sieht nicht meinen Schritt in eine neue Arbeit sondern formuliert es folgendermaßen:

(1) Die Solidargemeinschaft der Versicherten soll vor der Inanspruchnahme durch Arbeitnehmer geschützt werden, die den Eintritt bzw. das Andauern der Arbeitslosigkeit verursacht haben.

Ich habe also nicht gekündigt, um mir eine neue Arbeit zu suchen, sondern ich bin in die Arbeitslosigkeit eingetreten. Und das ist anscheinend in der Solidargemeinschaft nicht zu tragen, daher bekomme ich drei Monate Sperrzeit. Keine Ahnung wie das geregelt wird, da ich ja auch zwei Kinder habe. Natürlich bin ich verheiratet, wahrscheinlich muss mein Mann für mich mitzahlen. Gott sei Dank bin ich ein Mensch, der unbedingt unabhängig sein will, vor allem finanziell, so dass ich die Zeit gut überbrücken kann.

Dennoch bleibt bei mir ein schales Gefühl.
Ich empfinde meine Freiheit als drastisch eingeschränkt, wenn ich nach sieben Jahren Angestelltenverhältnis bei einem Arbeitgeber, mit dem Wunsch nach persönlicher und beruflich neuer Herausforderung jetzt dafür beschränkt und ja, bestraft werde.
Ist es denn nicht wünschenswert einen Staat mit mündigen Bürgern zu lenken, die keinen Stillstand wünschen, sondern die Wirtschaft auch dadurch ankurbeln, dass sie in neue Unternehmen neue Visionen und Ideen tragen?
Aber nein, das wäre ja zu schön…..

Ach fuck, ich habe noch nicht mal meinen Antrag abgegeben und könnte schon so viel Scheiße über das System, das Procedere und die Behandlung in der Agentur erzählen. Wie wird das wohl noch weitergehen und werde ich es schaffen, demütig genug für die Arbeitsagentur zu sein?
Eher nein, das wird wohl noch etwas Ärger geben…….

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