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Yessas, also so viele Bewerbungsgespräche hatte ich jetzt ja auch noch nicht, aber in tatsächlich jedem Gespräch fiel inzwischen die o.g. Frage. Gerne gepaart mit der, wie die Kinder denn betreut wären.
Liebe Personaler: könnt ihr den Scheiß mal aus dem Fragenkatalog streichen? Vertraut mir, ihr könnt davon ausgehen, dass ich mich auf eure Stelle auch nur bewerbe, weil ich entsprechend Zeit dafür habe. Das bedeutet natürlich, dass ich mich um genau diese Betreuung, nach der ihr fragt, vorab schon gekümmert habe. Ich weiß, Eigeninititative ist anscheinend unfassbar unglaublich für euch, aber vertraut mir, es wurde sich von mir um alles gekümmert.
Und falls ihr euch nicht entsprechend mit dem Arbeitsrecht auskennt gebe ich euch natürlich im Rahmen meiner zukünftigen Anstellung bei euch etwas Nachhilfe:
auch wenn die Rechtslage nicht glasklar ist lässt sich folgendes aussagen: vorausgesetzt der Arbeitnehmer und das erkrankte Kind sind gesetzlich versichert, es fehlt an einer alternativen Betreuungsperson m Haushalt und ein ärztliches Attest über die Pflegenotwendigkeit des Kindes liegt vor, dann sind zehn Tage Pflegezeit im Jahr (bei Alleinerziehenden 20 Tage) laut Sozialgesetzbuch (§45, 5. SGB) deutsches Recht.
Ich glaube den Gesetzestext nehme ich einfach zum nächsten Gespräch mit und schlage gleich vor, mich im Personalbereich des Unternehmens einzustellen, um genau diese Wissens-Mängel aufzuheben.
Heute hatte ich ein tolles Gegenüber und ich habe mich tatsächlich einfach getraut die Gegenfrage zu stellen: Würden Sie das einen männlichen Bewerber auch fragen? Die überraschend ehrlich Antwort kam: sie wollte eigentlich nur wissen, was mein Mann arbeitet. Na, das wäre doch auch direkt als Frage möglich gewesen. Das Gespräch lief weiterhin total nett und positiv, ich denke, ich werde auch zukünftig mehr Haare auf den Zähnen zeigen und entsprechend zurück fragen. Denn mir reicht’s!

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