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Der Frühling kommt nun endlich, spät im Jahr, aber er kommt.
Die kleine Weide, die wir aus einem Trieb aus dem Garten der (Schwieger)Mama bekommen haben und der bis dato in einem schrammeligen Plastiktop leben musste treibt aus, hat kleine, winzige grüne noch verschlossene und ganz feste Knospen.
Zeit zum Pflanzen also!
Und jetzt werden sich am Folgenden sicher die Geister scheiden, denn es geht um das Einfrieren, Auftauen und Eingraben meiner Placenta. 

Heute zwischen Regen und Sonne habe ich meinen und Lailas Mutterkuchen aus dem Tiefkühler geholt. Der lag dort ganz hinten seit 1,5 Jahren und war auch teilweise ganz vergessen. Die Hebamme hatte ihn in einem Papier in eine Plastikbox gelegt. Genau so wie am Tag der Geburt lag er nun also auch heute dort. Nur: kaum hatte ich die Box geöffnet wurde mir wirklich schlagartig übel. Das lag nicht am Aussehen, das fand ich extrem spannend und interessant. Nein, der Geruch, obwohl: eigentlich war es eher ein Duft. Der Geburtsgeruch drang innerhalb von Millisekunden direkt in mein Gehirn und dieser Geruch hat einfach momentan nichts bei mir zu suchen, ich glaube daher reagierte mein Magen derart vehement. 
Es ist ein ganz leichter, sanfter, süßer, gesunder Geruch der für mich die ganze Geburt wiederspiegelte. Ich war zwiegespalten: ein Teil von mir freute sich, denn dieser Duft hat mich natürlich unmittelbar in die Erinnerung und in das damalige schöne Gefühl gebracht, der andere Teil, eher körperlich orientierte, wollte wohl gleich mal alle Warnsysteme anschmeissen, dass dieser Geruch gerade nicht in meinen Lebensabschnitt passt :-)

Im Garten, im Sonnenschein saßen dann meine Tochter und ich und sie buddelte mit ihrer Plastikschaufel total zufrieden und ruhig immer etwas Erde auf auch Ihren Mutterkuchen. Die Weide wurde darauf gesetzt, wir haben noch mehr Erde dazugeschaufelt und dann war sie umgetopft. 
Ganz bewusst haben wir die Weide nicht in den Boden vergraben, denn wir wohnen an einem Ort, an dem wir nicht für immer wohnen wollen. Der Baum darf sich in seinem Gefäß erst mal ausbreiten und größer werden und wir können ihn dann da im Boden verankern, wo wir uns sicher sein können, dass wir da auch für lange, lange Zeit bleiben.

Zum Thema Placenta, Mutterkuchen hier noch ein paar interessante links, all zu viel habe ich leider nicht gefunden, außer Foren, in denen zig „igitts“ und „ist ja ekeligs“ ausgetauscht werden. Chacun à sa facon.

http://www.aegypten-geschichte-kultur.de/chons-gott-des-mondes
http://www.urbia.de/magazin/schwangerschaft/wunder-auf-zeit-die-pazenta?page=3 
http://www.uni-graz.at/communication/unizeit/archiv/1999/heft4/4-99-05.html 



Und für die ganz Interessierten unter euch LeserInnen nach dem Hüpfer noch mehr Fotos.

 


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