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Halbschlaf, das Zimmer dunkel. Die Decke wärmt, mein Herzschlag verlangsamt sich und die Gedanken kriechen und fließen träge und immer abstruser durch meinen Kopf.
Erinnerung an ein altes Erlebnis, ich ungefähr 14 Jahre alt. Damals Herzrasen, ewige Auferegtheit, Jahre später noch der Nachklang des Gefühls, die Erinnerung und damit einhergehend auch das Nachzittern in all meinen Zellen.
Jetzt, im Bett liegend:       nichts.
Kein Aufwühlen, keine Wellen, keine Scham, die sont doch immer mit den Erinnerungen einhergingen. Doch jetzt, round about 20 Jahre später, nichts mehr, passé, fuck: erwachsen? 
Bin ich jetzt, unbemerkt und doch so vorhersehbar meiner Jugendlichkeit entwachsen?
Vielleicht nicht der ganzen Jugendlichkeit, fleht es und bettelt es in mir, bitte nur die gefühlsmäßige Distanz – aber sonst, liebe Zeit, lass mir immer meine Jugend, nimm sie mir nicht, auch wenn ich das letzte Jahr unachtsam war und mit meinen zwei Kindern doch schon so verdammt erwachsen gehandelt habe.
Lass mich nicht schon wehmütig vor den alten Bildern sitzen
Ich will den Fick-auf-die-Konsequenzen noch leben
Und ich weiß, das „lass mich…. „und „ich will noch…“ sind die Abschiedsfloskeln, mein Leben sagt schon leise Servus und wenn mein Sohn in ein paar Jahren in den gleichen, immer wiederkehrenden Strudel blickt kann ich nur hoffen, durch das Lesen meines Tagebuches noch eine Ahnung zu haben von der ganzen Scheiße, die er dann durchmacht.
Ich: ich trinke jetzt einen Gin Tonic, und dann vielleicht noch einen, und genieße es, erwachsen, in der eigenen Wohnung, mit dem eigenen Kühlschrank und dem eigenen Alkohol zu sitzen und mich dafür zu entscheiden, dass ich heute abend einen Fick auf meine morgige Konstitution in der Arbeit gebe.
Prost.
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