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Ihr lieben anderen Familien, wie macht ihr das mit euren Streiterein untereinander?
Jetzt wo wir zu viert sind, sind es einfach noch mehr  Momente, in denem einem von uns die Nerven überborden.
Mein Sohn und ich streiten, meine Tochter schreit lautstark „nein“ oder „meins“, oder viel schwerer noch zu handeln: mein Mann und ich geraten aneinander.
Einer von uns hat einen schlechten Tag, schlimmer noch, wir beide haben einen schlechten Tag. Schaukeln uns hoch mit Nichtigkeiten und beginnen zu streiten. Und währenddessen sind da noch zwei Kinder, die die Situationen mit bekommen. Die Kleine streift um die Beine, will hoch genommen werden, oder doch noch etwas Saft oder Schuhe anziehen und raus gehen oder alles gleichzeitig, der Große kommt rein, sieht den Streit, fragt, wann wir uns wieder versöhnen, bittet darum, dass wir nicht streiten, geht ins sein Zimmer, immer mit großen Ohren, während wir Erwachsenen uns anblöken und die Stimmung versauen.
Mein Sohnemann widerum liebt es, Grenzen zu überschreiten, vor allem natürlich, weil es bei mir auch oft so leicht ist :-)  Ich werde über die Jahre immer ruhiger und immer bestimmter, arbeite viel an mir, weil ich genau diese Mechanismen langfristig brechen und auflösen will und dennoch, manchmal scheppert es einfach gewaltig zwischen uns beiden.

Und bei mir jetzt gerade die Furcht, was ihr denkt, wenn ihr das lest. Urteilt ihr über sich streitende Familien? Gilt das gleich als gesellschaftlich geächtet, weil „man“ das ja nicht tut? Ist das totales Proletariat, denn mal ehrlich, sich streitende Familien werden eher immer im medialen Trash-Sumpf gezeigt. Und aus meiner persönlichen Sicht: ich kenne wenige Familien, die auch mal in Anwesenheit anderer streiten oder gegenüber den Kindern energisch oder auch mal laut werden.

Für mich gehört sich streiten, sich anfetzen auch dazu, ich habe ein große Bandbreite an Emotionen in mir und die will ich auch alle ausleben und raus lassen. Und so wie dazu die überbordende Liebe gehöhrt, gehört dazu eben auch manchmal ein absolut frustrieter Stresszustand.

Was mir jedenfalls immer extrem wichtig ist und immer schon war, ist, dass jeder Streit aufgelöst wird.
Bei meinen Kindern fällt es mir leichter, bei meinem Mann schwerer, aber dennoch: Ziel ist es, nach dem Streit immer meine Schwächen zu benennen und klar zu machen, dass zu mir als Mensch leider oft auch blöde Seiten gehören. Und dass es mir leid tut. Und dass die Liebe über allem steht.

Auch wenn wir Eltern uns streiten, erkläre ich meinem Großen danach immer in groben Zügen entweder, worum es ging, viel wichtiger aber, er erfährt immer, wenn wir uns wieder vertragen haben, damit er weiß: egal wie es mal kracht, wir Eltern finden das Gespräch und lösen die Situation auf.
Ein an den Kindern vorbei streiten, will heißen, den Streit erst austragen, wenn die Kinder schlafen, davon halte ich persönlich nichts, denn lieber erfahren meine Kinder auch mal eine Streit und erleben dann auch, wie man die Situationen auflöst, als dass sie nachts imBett liegend Streitigkeiten mit bekommen und – weil sie eingeschlafen sind – dann nicht mehr erleben, wie man sich dann, vielleicht eben erst spät nachts wieder einkriegt.

Oft wünsche ich mir, in den Alltag anderer mal einzutauchen und zu erleben, wie in diesen Familien mit Streit oder schlechten Energien umgegangen wird. Und um zu erleben, dass auch andere Familien mal lautstark argumentiert wird und Türen knallen.
Und ich würde gerne Mäuschen spielen und mir all die erfolgreichen Strategien und Techniken abgucken, die andere Väter und Mütter vielleicht so haben um erst gar keinen Streit aufkommen zu lassen.
Aber vielleicht verrät mir ja der eine oder andere hier als Kommentar ein wenig darüber, was hinter geschlossene Hasutüren so alles vor sich geht? Ich würde mich jedenfalls sehr freuen!

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