Wie viele aktuell, aufgescheucht durch steigenden Alltagsrassismus und Fremdenfeindlichkeit, angeschürt durch die Pegida Debatten, findet sich auch in München eine große, offene, solidarische Gegenbewegung. So wie ich das sehe geht die meiste Hilfe über in aktive Unterstützung für Flüchtlinge, die in Deutschland Hilfe suchen.

In München haben wir diesen Gedanken, angeregt durch eine schwedische Initiative, auf die nächste Ebene gehoben und haben die Abendesser Connection gegründet.

Wir (also ein momentan noch kleines Team von 5 Personen) vermitteln Abendessen zwischen Migranten und Deutschen. All das privat, kostenlos und mit Spaß und Begeisterung.
Also ein Deutscher (=Gastgeber“) lädt einen Migranten (=Gast) zu sich zum Abendessen ein. Die Abendesser Connection koordiniert die Kontakte und vermittelt die Matches anhand des Alters, des Stadtteils, des Geschlechts und weiteren Kriterien. Dann geben wir den Kontakt weiter und der Gastgeber schickt dem Gast eine SMS mit allen Infos: Adresse und Datum des Abendessens. Der Gast darf zu jedem Abendessen einen Begleitperson mitbringen (Frauen nehmen eine Frau, Männer einen Mann mit), so lockert sich die Situation für den Gast etwas auf. Denn der Gastgeber ist bei sich zuhause, fühlt sich dadurch eh schon vertraut und sicherer, die Gäste bekommen durch die Begleitung Unterstützung, sich auf die neue Situation einzulassen und können so evtl. auch einfacher leichte Sprachbarrieren umschiffen.
Dann findet das Abendessen statt und wir dokumentieren dies durch ein Foto auf der facebook Seite und auf Instagram.

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Uns geht es darum, durch gelebten interkulturellen Austausch eine herzliche und familiäre Willkommenskultur zu schaffen, die nicht in externen Einrichtungen statt findet, sondern ganz „intim“, bei mir zuhause, an meinem Esstisch, je nach Situation umgeben von meiner Familie oder meinen Freunden / Mitbewohnern.
Durch ein gemeinsames Essen in meinem zuhause gehe ich ganz anders auf mir fremde Menschen zu. Ich kann mich nicht dadurch distanzieren, dass ich eine Einrichtung oder Demonstration einfach wieder verlasse und nach Hause gehen, nein, ich öffne ganz bewusst mein zuhause und meine Haustür und bitte Menschen, an meinem Tisch Platz zu nehmen. Genau das reizt mich so sehr daran.  Was mir daran so gefällt, ist dass dabei alle Menschen, die  hier in Deutschland ihr neues zuhause aufbauen möchten eingeschlossen werden(d.h. sowohl Flüchtlinge die durch ein alles anderes als herzliches System bis zur Duldung oder Aufenthaltserlaubnis durch mussten bis zur Fachkraft aus Spanien oder Kanada). Die Initiatorin ist begeistert vom sprachlichen Aspekt, dass durch diese Abendessen neue Sprache gelebt wird und so die oft bestehende Barriere des sich Nicht-Verstehens abgebaut werden kann. Andere Botschafter der Abendesser Connection finden wieder ganz andere Facetten spannend: das Kennenlernen von noch Unbekannten, interkulturellen Austausch, Grenzen abzubauen, etc. etc.
Also alle in allem ein schönes aber auch für jeden persönlich sehr vielfältiges Projekt.

Nach Start mit Namensfindung über Logo und Gestaltung, website Programmierung und erste Präsentationen in Sprachschulen geht es jetzt so langsam los. Wir haben die ersten drei Matches organisiert, stimmen uns noch weiterhin bzgl. Pressetexten ab, feilen an Flyern und Plakaten und werden weiterhin in Sprachschulen und Einrichtungen unsere Idee verbreiten.

Wenn einer von euch Lesern Lust hat, hier in München mitzumachen oder uns als Botschafter oder Botschafterin zu unterstützen, dann meldet euch!