Heute vor zwei Jahren begannen in München immer montags die unsäglichen Pegida Demonstrationen. Anfangs noch meinetwegen von bornierten Besorgtbürgern besetzt, ist es inzwischen eine offensichtliche Versammlung bekannter Münchner Neonazis.

Der große Aufschrei, warum diese sich jeden Montag in die Innenstadt stellen, bleibt aus. Vielleicht aus dem simplen, visuellen Grund, dass es keine Glatzköpfe mit Stiefeln und Bomberjacke sind, also en passant von den Münchner:Innen vielleicht nicht gleich als solche erkannt werden. Zweitens sicher auch deswegen, weil viele in München Lebende an dem Haufen vorbei gehen und diesen überhaupt nicht ernst oder für voll nehmen (was ich persönlich auch eine passable Taktik finde). Und drittens, weil es sich einfach so beschissen eingeschlichen hat. Woche für Woche stehen diese Dampfnudeln draußen und tröten etwas patridiotischen Schmarrn in die Atmosphäre, untermauert von der unsäglichsten Diashow (Grüße an Photoshop Phillip) und dem Muezzin-Ruf, der als akustisches Warnsignal an uns Gutbürger gehen soll (ich mag den ja, erinnert mich an meinen tollen Istanbul Trip vor zwei Jahren).

Woche für Woche gibt es aber großartige Aktivist:Innen, die sich nicht ermüden lassen und jeden Montag aufs neue kreativ, liebevoll und manchmal auch rabiat gegen die Neonazis vorgehen. So zum Beispiel, wenn die Polizei zu spät mitbekommt, dass eine Gruppe radikaler und gewaltbereiter Neonazis durch den Gegenprotest marschieren will. Sie sind am Start, pfeifen, trillern, trompeten und sorgen dafür, dass kein öffentlicher Platz ohne Gegenwehr Neonazis überlassen wird.

Unsere Love, Beats & HappyBass Truppe war nicht immer so konsequent. Meisten war/ist jemand oder jefrau von uns vor Ort, aber ich persönlich muss z. B.  fast immer aus familiär-organisatorischen Gründen passen.

Aber heute, heute gibt es wieder HappyBass Getröte, Konfetti Galore und ein Pegida Bullshit Bingo.
Meiner Meinung nach lassen sich diese intoleranten Mitbürger_Innen nur mit brachialem Humor und Partysause ertragen. Indem ich umso vielfältiger, links-grün-versiffter und quervergendert bin, umso deutlicher kann ich die wenigen Male, die ich vor Ort beim Gegenprotest bin auch deutlich machen, wie sehr mir diese rechte Propaganda auf den Senkel geht.

Also haben wir am Wochenende Transpi gemalt, Konfettikanonen gebastelt, Partyhüte ins Gepäck gepackt und die Rainbow-Flagge eingepackt.

Würde mich freuen, wenn ihr alle kommt uns somit mit uns zusammen dafür sorgt, dass dieses zwei-jährige Trauerspiel bald ein Ende findet und wir uns Montags dann lieber an der Isar auf ein Bierchen treffen.

**Treffpunkt 18.oo Odeonsplatz oder 19.oo Marienplatz

Twitter #muc1601

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